ANMELDUNG:
2-jährige berufsbegleitende Weiterbildung zur traumazentrierten Fachberater*in & Traumapädagog*in. Zertifiziert durch die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (
DeGPT) und dem Fachverband Traumapädagogik (
FV-TP)
(Stand 2025).
Für das Modul1: "Grundlagen der Psychotraumatologie" kann gem. § 10 Abs. 1 NBildUG Bildungsurlaub beantragt werden.
Zielgruppe:
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte aus verschiedenen psychosozialen und pflegerischen Handlungsfeldern. Voraussetzung ist der Abschluss einer mindestens dreijährigen Vollzeitausbildung an einer Fachschule oder ein Fachhochschul- bzw. Hochschulstudium in einem der folgenden Bereiche: pflegerisch-medizinisch, sozialpädagogisch, erzieherisch, sozialarbeiterisch oder therapeutisch. Die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker*in wird als Zulassungsvoraussetzung nicht anerkannt, da die Weiterbildung ihren Fokus bewusst auf lebensweltorientierte Hilfen und nicht auf Psychotherapie oder heilkundliche Anwendungen legt.
Voraussetzungen für den Zertifikatserwerb:
Die Institute sind dafür verantwortlich, sowohl die persönliche als auch die fachliche Eignung der Teilnehmer*innen zu überprüfen und zu dokumentieren. Dies umfasst die Erfüllung der Zertifikatsvoraussetzungen auf Grundlage der beruflichen Vorqualifikationen vor Beginn der Weiterbildung. Die persönliche Eignung schließt insbesondere folgende Aspekte ein:
• Emotionale Belastbarkeit und Fähigkeit zur Selbstreflexion
• Mentalisierungsfähigkeit, insbesondere in Bezug auf die Bedürfnisse und Motive der Klient*innen.
Darüber hinaus müssen die Teilnehmer*innen die Möglichkeit haben, praktisch mit (trauma-) belasteten Menschen zu arbeiten. Sie sollten zu Beginn der Weiterbildung mindestens ein Jahr Berufserfahrung (in Vollzeit) vorweisen können und bis zum Ende der Weiterbildung über mindestens drei Jahre Berufserfahrung in einem der unten genannten psychosozialen Handlungsfelder verfügen. Fachlich und zeitlich äquivalente Qualifikationen aus dem Ausland werden anerkannt. Die Prüfung erfolgt durch das betreffende Institut.
Das komplette Curriculum finden Sie, findet Ihr
HIER
Umfang der Weiterbildung:
Ein erstes persönliches Kennenlernen per Videocall oder in Präsenz nach der Anmeldung und der Reservierung des Platzes im Weiterbildungskurs.
Die Weiterbildung besteht aus 9 Modulen im Umfang von insgesamt 26,5 Tagen. Die Seminartage beginnen in der Regel um 09:00 Uhr und enden um 18 Uhr bzw. 16:00 Uhr.
In 9 Intervisionsgruppentreffen, a 2 Zeitstunden vertiefen die Teilnehmer*innen die Weiterbildungsinhalte und reflektieren darüber hinaus in 9 begleitenden Supervisionen a 2 Zeitstunden den eigenen Entwicklungsprozess. 1 Supervision findet zur persönlichen Reflexion als Einzelsupervision statt.
Supervisor*innen:
Elke Sauer & Jürgen Weihrauch
Zertifizierung:
Für den zertifizierten Abschluss ist die Teilnahme an allen Modulen, den Intervisionsgruppentreffen und Supervisionen erforderlich. Darüber hinaus sind für den Doppelabschluss 1 Projektarbeit und 2 Praxisdokumentationen in mündlicher und schriftlicher Form notwendig.
Veranstaltungsort:
Evangelisches Bildungszentrum Potshausen / Ostfriesland
Potshauser Str. 20 · 26842 Ostrhauderfehn
Weiterbildungskosten:
Die Weiterbildungskosten belaufen sich auf 4150,00€, zzgl. 416,00€ für das Mittagsbuffet und 50,00€ Zertifikatsgebühr.
Vor Beginn der Weiterbildung ist ein Betrag in Höhe von 1566,00€ zu entrichten. Danach 24 Monatsraten a 125,00€. Die Zertifikatsgebühr wird nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung in Rechnung gestellt.
Leistungsumfang:
26,5 Seminartage, individuelle Beratung bei Bedarf, Seminarunterlagen, 9x Supervision in der Kleingruppe, 9x selbst gesteuerte Intervisionsgruppe, 3x Frühstück, 26x Mittagsbuffet, Kaffee, Tee, Kaltgetränke, Kuchen und Gebäck.
Übernachtung / Verpflegung:
Es besteht die Möglichkeit, Übernachtung, Frühstück und Abendessen direkt in der EBZ Potshausen zu buchen. Buchung unter dem Stichwort "Sturmfänger":
[email protected]
Teilnahmebescheinigung / Zertifikat:
Jede Teilnehmer*in erhält eine Bescheinigung über Art und Umfang der Weiterbildung, ausgestellt durch Sturmfänger – Zentrum für Traumapädagogik.
Voraussetzung für die Zertifizierung ist 1 Projektvorstellung und 2 anonymisierte Praxisdokumentation. Die schriftliche Praxisdokumentationen und das Projekt sind entlang eines von Sturmfänger vorgegebenen Schemas vorzunehmen. Die Praxisdokumentationen und das Projekt sind durch Originaldokumente zu belegen (z. B. Video- oder Tonbandaufnahme, Zeichnungen, Tagebuchnotizen o. Ä).
Referent*innen:
Elke Sauer
Katharina Kübler
Margarete Udolf
Jürgen Weihrauch
Inhaltsübersicht: (Änderungen sind möglich)
Modul 1: Grundlagen der Psychotraumatologie / 17.09.2027 - 19.09.2027
Referentin: Elke Sauer
Einführung in Rahmung, Struktur und Ablauf der Weiterbildung,
Kennenlernen der Teilnehmer*innen,
Vereinbaren gemeinsamer Grundregeln,
Geschichte der Psychotraumatologie und Traumapädagogik,
Definition psychischer Traumatisierung,
Überblick über Traumafolgen im Kindes- Jugend- und Erwchsenenalter,
Normale und pathologische Traumaverarbeitung,
Besonderheiten des Traumagedächtnis,
Grundlagen der Pädagogik als sicherer Ort,
Methoden und Übungen,
Reflexion des eigenen Resonanzerlebens,
Bildung der Supervisions- und Intervisionsgruppen,
Modul 2: Zentrale Aspekte traumapädagogischer Arbeit / 03.11. – 05.11.2027
Referentin: Katharina Kübler
Vertiefende Übung psychoedukativer Ansätze und Methodiken, klientenorientierter Erklärungsmodelle,
Reflexion des eigenen Arbeitskotextes,
Möglichkeiten und Grenzen traumazentrierter Handlungsfelder (z.B. Pädagogik, Beratung, Pflege),
Indikation der Weiterverweisung,
Entwicklung und Vermittlung einer traumasensiblen Haltung,
Reflexion eigener Werte und Normen,
Institutionelle Bedingungen traumaspezifischer Arbeit,
Traumafolgen im Erwachsenalter – insbesondere die Verbindung von Trauma und psychischer Erkrankung, Auswirkungen von traumatischen Erfahrungen auf Suchtmittelkonsum,
Sucht als Bewältigungsstrategie, Beraterische Zugänge, z.B. zieloffene Suchtarbeit, Neurobiologie von Sucht. Vertiefung sicherer Ort – innere und äußere Sicherheit,
Übungen zur Reorientierung in Notfallreaktionen, Dissoziationsstopps,
Notfall- und Krisenpläne,
Modul 3: Traumasensible Bindungspädagogik / 24.03. – 26.03.2028
Referentin: Margarete Udolf
Modelle der Bindungstheorie,
Formen von Bindungsstörungen (Bindungsskepsis),
Entstehung und Wirkung innerer Arbeitsmodelle,
Bindungstraumata,
Traumasensible Bindungsarbeit und Stressregulation,
Bindungssensibles Verstehen,
Bindungsfallen und korrigierende Beziehungsgestaltung,
Die Institution als sicheres Basis für Fachkräfte,
Dynamiken traumabezogener Übertragung und Gegenübertragung,
Transgenerationale Traumaweitergabe und Auswirkungen auf Bindung und Beziehung,
Reflexion eigener Bindungserfahrungen,
Modul 4: Sicherung & Stabilisierung / 23.06. – 25.06.2028
Referentin: Elke Sauer
Erklärungsmodelle psychischer und physischer Stabilisierung,
DBT Techniken und Körperübungen zu Spannungsabbau und Stressreduktion,
Traumasensible Entspannungsverfahren,
Bedeutung vom sympathischen und parasympathischen Nervensystem,
Soziale Stabilisierung,
Rechtliche Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des Opferschutz,
Imaginationstechniken,
Entwicklung & experimentieren eigener Methodenideen zu Körper- und Imaginationsübungen,
Beratung traumatischer Trauer,
Modul 5: traumapädagogisch diagnostisches Verstehen / 18.09. – 20.09.2028
Referent: Jürgen Weihrauch
Einführung in die psychosoziale Diagnostik,
Diagnostisches Verstehen als Spurensuche & Fährtenlesen,
Methoden und Übungen zum diagnostischen Verstehen,
Salutogenese und Resilienz,
Selbstwirksamkeit als Grundprinzip in der Förder- und Erziehungsplanung,
Der diagnostische Dreischritt,
Ethik und Grenzen des traumasensiblen Verstehens,
Diagnosekriterien nach DSM 5 und ICD 11,
Modul 6: Schwerpunkt Traumapädagogik / 11.12. – 13.12.2028
Referent: Jürgen Weihrauch
Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Wirkung traumapädagogischer Konzepte,
Vertiefung traumapädagogischer Haltung,
Traumapädagogik in der Gruppe,
Die Bedeutung der Pädagog*innen als Bestandteil von Konzepten,
Traumasensibilität bei herausfordernden Verhalten und Grenzverletzungen,
Traumasensibler Blick auf Regeln Konsequenzen und Begrenzungen,
Traumasensible Kooperation mit Eltern und Angehörigen,
Umgang mit mit Täter - Opfer - Retter Dynamiken bei Fachkräften und Klient*innen,
Täterintrusionen & und Täteridentifikationen,
Modul 7: Schwerpunkt Traumafachberatung / 09.04. – 11.04.2029
Referent: Jürgen Weihrauch
Vertiefung und Reflexion der eigenen Beratungshaltung,
Aufbau und Ablauf traumasensibler Beratungsprozesse bei dynamischen Kognitions- Emotions- und Verhaltensmustern,
Dokumentation - Auswertung - Qualitätssicherung,
Akut- und Krisenberatung,
Beratung bei Suizidalität,
Modul 8: Selbstfürsorgetage/ 29.06. – 01.07.2029
Referentin: Elke Sauer
Selbstfürsorge zur Verhinderung sekundärer Traumatisierung,
Belastungsanalyse (Selbstdiagnose von Stress- Burn-out),
Strategien der Entlastung vor, während und nach der Arbeit,
Strukturelle Voraussetzungen für Mitarbeiter*innen- und Selbstfürsorge,
Spaß und Freude als Pfeiler der Selbstfürsorge,
Entspannungsverfahren und Körperarbeit,
Biographiearbeit,
Übung zu den logischen Ebenen nach Dilts,
Begegnung in der Natur mit Selbstreflexionsübungen und Stabilisierungen,
Modul 9: Abschluss/ 12.10. – 14.10.2029
Referent*innen: Elke Sauer, Jürgen Weihrauch
Gesamtauswertung der Weiterbildung, der eigenen traumapädagogischen Entwicklung,
Vorstellung und Feedback der Projektarbeiten,
Zertifikatsübergabe,
ANMELDUNG: